Spontaner Trip (Rückblick vom 17.04.15)

Erinnert ihr euch an eure Kindheit. Als ihr ganz spontan euer Fahrrad geschnappt habt und losgeradelt seit?
Das habe ich heute getan. Um 6 Uhr aufgewacht, überhäufte mich das dringende Bedürfnis nach Bewegung und frischer Luft. Da ich jedoch ins Geschäft musste und dort die allgemeine Bewegungsfreiheit auf Sparmodus eingeschaltet ist, sagte mir mein Bauchgefühl: „Warum mit der Bahn zur Arbeit fahren, wenn du doch ein Fahrrad hast?“ Mein Verstand dagegen protestierte kräftig. „10km mit dem Fahrrad von St-Heumaden ins Zentrum? Geht’s noch? Im Radio haben se gerade Regen angesagt!!! Und verschwitzt bei der Arbeit ankommen. Darauf habe ich auch keine Lust!“
Dennoch packte ich meine sieben Sachen und fuhr los. Ca 3 km schimpfte mein Verstand noch wie wild, bis ich hinter Sillenbuch in die kleinen Gärten abbog, um durch den Silberwald zum Fernsehturm zu gelangen. Da erkannte ich, wie schön der Frühling sein kann und das diese Ansicht kein Fernseher und keine Dokumentation ersetzen würden. Einfach alles, was blühen konnte, blühte in den schönsten Farben. Vorbei an Gleichgesinnte, die mit ihrem Fahrrad an mir vorbei gedüst sind, freundlich und glücklich grüßend, radelte ich am Fernsehturm vorbei zur Haltestelle Weinsteige.
Der Fernsehturm erinnert mich übrigens daran, Träume oder Wünsche nicht zu lange vor sich herzuschieben. Denn eines Tages schließt jemand die Tür vor deine Nase zu. Ich weiß noch, wie ich im März 2013 entschied endlich auf den 1956 errichteten Fernsehturm zu steigen. Immerhin wohnte ich da schon 10 Jahre in Stuttgart. Ich hatte natürlich nicht die Zeitung gelesen, sonst hätte ich gewusst, dass unser Oberbürgermeister Fritz Kuhn die unangenehme Entscheidung traf, den aller ersten Stahlbeton-Fernsehturm der Welt zu schließen.
Von der Haltestelle Weinsteige an ging es dann nur noch abwärts. Natürlich mit dem Fahrrad, nicht mit der U-Bahn. Von nun an waren mein Verstand und mein Bauch ein Herz und eine Seele.  Sie tanzten Samba vor Freude. Denn diese Aussicht die sich mir bot, war atemberaubend schön. Hinab in den Stuttgarter Kessel zu schauen, zu sehen wie alles im Frühlingsglanz erwacht und die Morgensonne auf der Haut zu 20150417_084152[1]spüren ist wert, früh aufzustehen und sich nicht in die U-Bahn zu quetschen oder mit dem Auto im Verkehr stecken zu bleiben.
Bei der Arbeit angekommen, war ich zufrieden und motiviert für den Tag. Auf den Heimweg habe ich ein wenig geschummelt und bin bis zum GAZI Stadion mit der Bahn gefahren. 😉

Vielleicht fahre ich ja irgendwann einmal den Berg mit dem Radel hoch? Zeitnah! Bevor jemand die Radwege schließt. 😉
Und wisst ihr was? Es hat den ganzen Tag nicht geregnet.

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