Der Anfang

Wir bewegen uns in verschiedenen Zeiten. Familienzeit, Paarzeit, Arbeitszeit und Zeiten der Freundschaft sind wichtige Fundamente in unserem Leben. Wie kleine Zahnräder in einem Uhrwerk hat jedes seine eigene Funktion. Sie bieten uns eine sichere Zukunft und das Gefühl gebraucht zu werden. Sie schenken Geborgenheit, Liebe und befriedigen das Bedürfnis der Dazugehörigkeit. Nur so kann das Uhrwerk sich drehen – immer im gleichen Takt haben wir uns in der Gesellschaft einen Platz geschaffen.
Um jedes dieser Zahnräder in Takt zu halten, arbeiten wir hart. Wir machen Überstunden und arbeiten, wenn nötig, auch noch von zu Hause aus; wir versorgen unsere Kinder mit allen, was wir für wichtig empfinden; sorgen uns um unsere Partner und beschäftigen uns mit unseren Freunden. Die Uhr dreht sich um uns herum. Wir selbst könnten zufriedener nicht sein.
Doch warum fühlen wir uns dennoch oftmals so müde, sind ausgelaugt und ausgebrannt, wenn wir doch scheinbar alles haben?
Sind wir zu perfektionistisch? Wollen wir von allen zu viel? Warum werden so viele Menschen krank, können nicht mehr die Leistung bringen, die man von ihnen verlangt und geraten schlussendlich in einen Zustand emotionaler Erschöpfung?
Ist das der Preis, den wir zahlen, wenn wir uns zu sehr in die Gesellschaft integrieren? Wenn wir nur noch fremdgesteuert sind? Passiert dass mit uns, wenn wir nicht mehr als Persönlichkeit sondern in Leistung beurteilt werden?
Wir scheinen zu vergessen, dass jeder Mensch seinen eigenen Wert hat, mit seinen eigenen Ideen und eigenen Vorstellungen, wenn wir ihn nur lassen. Dann, wenn wir aufhören uns in Schubladen zu stecken ( Frau oder Mann; Mutter und Hausfrau; Ingenieur oder Taxifahrer; Schwul oder Heterosexuell usw.). Wenn wir uns Zeit geben, dass Wesentliche zu erkennen. Einfach mal „nichts tun“, ohne dass wir uns dabei schlecht fühlen. Dann können wir im eigenen Rhythmus sein, im selbstgewählten Tempo, unabhängig vom Umfeld stehen nur die eigenen Bedürfnisse im Mittelpunkt. Dann endlich kann sich ein wichtiges Zahnrad bewegen. Ein Zahnrad, welches wir im Alltag oft vergessen und doch von unschätzbarem Wert ist.

-Eigenzeit-

Der ein oder andere mag sich an seine Kindheit zurück erinnern, als er noch seine eigene Zeit leben durfte. Wie haben wir unsere Zeit verbracht? Ein Baumhaus gebaut, ein Bild gemalt, Tagebücher geschrieben oder mit Freunden gesungen als wären wir Superstars. Dabei wurde nichts verlangt, wir haben es einzigst aus Freude getan.
Wie können wir wieder Platz für „Zeit für uns“ schaffen? Wie nutzen wir die Zeit? Was kann es in uns bewirken, wenn wir im Fluss der Eigenzeit leben? Ich möchte mich auf die Suche nach „Eigenzeit“ machen und euch dazu einladen, gemeinsam mit mir an die Uhr zu drehen.

Eure Susanne

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